Berlin. Das Trinkwasser in Deutschland wird künftig auf Gehalte an radioaktiven Stoffen untersucht. Einer entsprechenden Verordnung hat der Bundesrat zugestimmt. Die Änderungen treten noch im November in Kraft.

Mit der Änderung der Trinkwasserverordnung werden Anforderungen an die Messung und Überwachung der Trinkwasserqualität im Hinblick auf künstliche und natürliche radioaktive Stoffe festgelegt. Vorgegeben werden Parameterwerte für Radon, für Tritium und für die Richtdosis einschließlich der Radonfolgeprodukte Blei-210 und Polonium-210. „Mit der neuen Verordnung wird sichergestellt, dass Belastungen mit Radionukliden, die im Einzelfall im Trinkwasser auftreten können, erkannt und beseitigt werden können“, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.
Die Strahlenbelastung durch radioaktive Stoffe im Trinkwasser wird in Deutschland als sehr gering eingeschätzt. Jedoch kann Trinkwasser je nach Geologie des Untergrunds einen erhöhten Gehalt an natürlichen radioaktiven Stoffen enthalten. Das belegt eine Studie des Bundeamtes für Strahlenschutz (BfS). Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schwankungsbreite der Konzentration natürlicher Radionuklide im Trinkwasser sehr groß ist und daher ein Bedarf für rechtsverbindliche Vorsorgemaßnahmen besteht. Radioaktive Stoffe künstlichen Ursprungs sind allenfalls durch unkontrollierte Freisetzungen z.B. aus dem Umgang mit solchen Stoffen in Medizin, Forschung und Technik wie bei der Nutzung von Atomenergie denkbar.

Quelle: IKZ